Registrierung

Die Registrierung am Beginn des Stückes (0:00-0:20) verwendet auf dem Ton a einfache Prinzipal- Registrierung (4’) mit einem hohen Aliquotregister. Auf dem selben Manual ist das Psalterium permanent mit geschlossenem Schweller gesetzt, das für das stets präsente, unterschiedlich starke Rauschen sorgt, die sich deutlich in der Spektralanalyse abzeichnen.

Ab 0:25 taucht der Klang der Glockencymbel permanent auf. Die Spektralanalyse zeigt ab diesem Moment, dass das bis dahin stets vorhandene a sich nun fast durchgehend als Halteton auf h bis 2:20 durchzieht. Spuren dieser Tonhöhe sind dort bis 3:15 zu sehen. In 0:33ff. klingt die Chororgel mit Bronceton und Glockencymbel permanent. Die Self-Similarity-Matrix zeigt in 0:40 einen neuen Abschnitt an. Dieser wird durch erstmalig tiefere Frequenzen, die Dichte an Clustern und die Verwendung des Xylodurklangs eingeleitet. Die leiseren Zungen (Saxophon, Trompete 8’ auf II und III) treten auf wahrscheinlich III ohne Perkussion hinzu.

Orgel Sankt Peter Köln

Orgel Sankt Peter Köln

In 1:18-1:21 findet ein schneller Dialog zwischen den Perkussionsregistern in der Haupt- und Chororgel statt. Dabei werden Xylodur und Glockencymbel einander gegenübergestellt. Nach weiterem Einsatz von Zungen werden in 1:25 die Cymbeln auf dem Koppelwerk mithilfe des Schwellers leise eingeführt, um danach lauter zu werden.

Was jedoch in 1:30-1:37 dazu führt, dass die Self-Similarity-Matrix einen kurzen Abschnitt zeigt, ist weniger eine neue Registrierung, als vielmehr die Verwendung eines liegenden Zusammenklangs. Zwei Effektregister kommen nun zum Einsatz: Die „Sirene“ klingt besonders deutlich im (einzigen) Aufstieg 1:37. Der „Jauler“ in 1:43 klingt als automatisches Flexaton und ist deutlich in der Spektralanalyse im oberen Frequenzbereich durch scharf voneinander abgetrennte Punkte zu erkennen. Beide werden unabhängig von den Manualen am Schalter aktiviert/deaktiviert. Sie bleiben bis 2:15 im Orgelklang hörbar. Gleichzeitig mit der Sirene tritt das Xylophon permanent in Verwendung. Es klingt besonders deutlich in 1:40ff.

Bis zum Einsatz des Pedals mit Saxophon 32’ in 2:09 steigert sich der Klang durch sukzessives Aufregistrieren mit weiteren Zungen ab 2:00. Damit ist der Gegenpol zum hellen Klangspektrum das erste Mal erreicht. Die perkussiven Register schweigen für wenige Sekunden ab 2:15ff. Das Wechselspiel zwischen hell und dunkel nimmt ab 2:20 in größerer Vielfalt zu, bis in 2:47 der vergleichsweise starke Tremolo in der Chororgel die klare Intonation der gleichschwebend gestimmten Orgel kurzfristig verschleiert.

Die Spektralanalyse zeigt hier im Bereich um 4 kHz eine Unschärfe. Mit dem kurz darauf folgenden Pedaleinsatz mit zusätzlichem Pedal-Organum, der einen gespielten Pedalton auf einen Dur- Dreiklang erweitert, beginnt das „Kernstück“ der Improvisation. Im Mittelteil dieses Kernstücks (3:18-3:55) ist zunächst das Tremolo der Chororgel dominanter Teil der Klanggebung. In 3:41ff bestimmt der Schwell-Effekt des Psalterium permanent, bis ein liegender Akkord mit Xylodur- Registrierung sich auffächert (3:45-3:53). An dieser Stelle zeigt die Self-Similarity-Matrix eine Ähnlichkeit mit dem einmaligen Schlussklang in 8:07ff, was in den leiseren, differenzierten und nur kurz auftretenden Klängen im Ganzen in dieser Deutlichkeit sehr selten ist.

Der erneute Pedal- Einsatz mit Organum und die Verwendung der Trompeteria sowie der Vielfalt der perkussiven Register in 3:55-4:25 ist als eine der einheitlichsten Stellen bisher wahrnehmbar. Dies zeigt sich in Übereinstimmung mit der Self-Similarity-Matrix. Darauf folgt ein Abschnitt, der dem Mittelteil des Kernstücks (4:25-4:44) in der Struktur ähnlich ist. Die Glissandi auf mehreren Manualen über einem liegenden Hintergrund treten als neue musikalische Idee auf (4:45-5:15). Sie münden in einen größeren Abschnitt zwischen 5:15 und 5:40 mit einer hellen Xylodur-Fläche, unter der sich nun die vormaligen Hintergrund-Register musikalisch profilieren. Die Self-Similarity-Matrix zeigt hier einen größeren klanglich zusammenhängenden Abschnitt, der mit dem Mittelteil (3:20-3:50) des Kernstücks Ähnlichkeit aufweist. Das Psalterium hinterlässt in der Spektral-Analyse deutliche Spuren im höherfrequenten Bereich.

Das Auftreten des Xylophon-Klangs in 5:38ff eröffnet in der Self-Similarity-Matrix einen kurzen neuen Abschnitt. Dieser zeigt im Vergleich recht wenig Ähnlichkeit mit anderen, ähnlich klingenden Abschnitten. Allerdings dort, wo bei 1:40 diese Registrierung und Klangfarbe zum ersten Mal verwendet wird, gibt es eine Similarity-Spur. Sie ist nicht sehr stark, was daran liegen mag, dass in 5:38ff auch leisere Zungen einregistriert sind.

Die Glockenschläge zwischen 6:20 und 6:40 treten in der Spektralanalyse auf, allerdings nur als sehr feine Linien. Obwohl in 6:55ff die hochfrequenten Register stark zurückgehen, bildet die Self- Similarity-Matrix zwischen 6:05 und 7:45 einen weitgehend einheitlichen Block ab. Dies hängt wahrscheinlich mit der Ähnlichkeit in den Bassfrequenzen zusammen.

Sichtbar hingegen ist in der Spektralanalyse der Rhythmus des Psalteriums zwischen 7:13 und 7:43. Nur deutlich hörbar ist der Organum-Effekt im Pedal, der hier ebenfalls Dur-Akkorde erzeugt. Die Glockenschläge hinterlassen in der Spektralanalyse kaum Spuren. Dies liegt vermutlich auch daran, dass diese sehr lauten Schläge im Aufnahmeprozess und Mastering hörbar normalisiert wurden.

Die Winddrossel an der Hauptorgel kommt im folgenden Abschnitt zum ersten Mal in diesem Stück zum Einsatz: Zwischen 7:43 und 8:08 werden die Zungen- und Prinzipalregister in der Intonation tiefer und etwas leiser. Die Orgel verlässt ihre fest gefügte chromatische Struktur und die Spektralanalyse zeigt, dass sich die horizontale Ebene zwischen den Tönen leicht neigt. Ab 8:08 spielt Susteck nur auf dem Xylodur permanent und ändert die Geschwindigkeit der Repetition mit dem entsprechenden Fußtritt. Die Self-Similarity-Matrix zeigt eine Ähnlichkeit zwischen dieser Stelle und den Xylodur-Klängen in 4:40ff. [weiter]