Vorbemerkungen

Arno Krokenberger hat eine Computeranalyse einer Improvisation aus dem Album „Spiegelungen“ von Dominik Susteck vorgenommen. Er zeigt die Möglichkeiten und Grenzen einer nicht an Notation gebundenen Analyse.

Einleitung

Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die computergestützte Analyse einer zeitgenössischen Orgelimprovisation von Dominik Susteck. Sie wurde als fünftes Stück unter dem Namen „Kabinett“ am 06.04.2008 in der Kunst-Station Sankt Peter Köln live mitgeschnitten und ist 2008 auf der CD „SPIEGELUNGEN – Improvisation an den Orgeln für Neue Musik“ ebd. erschienen.

Susteck CD Spiegelungen

CD Spiegelungen

Die vorliegenden graphischen Analyse-Methoden sind die durch Fourier Transformation gewonnene Spektralanalyse und die darauf basierende Self Similarity Matrix. Diese Arbeit soll das Verhältnis zwischen der analysierten Musik und der Analyse-Methoden anhand der Besonderheiten der Orgeln für Neue Musik in St. Peter aufzeigen. Dabei werden die Chancen und Grenzen der Verfahren deutlich.

Aufnahmedetails

Die Aufnahme ist aus einer Reihe von Live-Mitschnitten der monatlichen Improvisations-Konzerte in der Kunst-Station Sankt Peter ausgewählt und veröffentlicht worden. Dominik Susteck schreibt in einer Mail vom 25. Februar 2016 zu den Aufnahmebedingungen: „[Es waren] 2 Kugel-Mikrofone auf einem Stativ am vordersten Pfeiler rechts aufgestellt, die damals noch mit einem alten Dat-Recorder verbunden waren. Die Aufnahme wurde dann etwas gemastert. In diesem Zusammenhang haben wir ja einen Satz, der wirklich sehr leise war und wegen der Aufstellung der Mikrofone ungünstig klang, rausgenommen.“ Die dynamischen Kontraste sind nach Ermessen d.A.auch recht wenig ausdifferenziert im sehr lauten Bereich. Beispielsweise sind die Glockenschläge (6:20ff) stark normalisiert. Gemessen an der tatsächlichen Raum-Wirkung der Orgel ist die dynamische Differenzierung leider nicht dem Original entsprechend wiedergegeben. [weiter]